Reinickendorf

Der Bezirk Reinickendorf nimmt den nordwestlichen Teil Berlins ein. Die verschiedenen Ortsteile des Bezirks besitzen einen sehr unterschiedlichen Charakter. Zum Teil sind sie aus ehemals selbständigen Dörfern hervorgegangen, aber auch planmäßig angelegte Garten-, Wald-, Wohn- und Industriesiedlungen aus unterschiedlichen Epochen prägen Reinickendorf.

Tegel und Tegeler See im Zentrum

Der Bezirk umfasst die Ortsteile Tegel, Konradshöhe, Heiligensee, Frohnau, Hermsdorf, Waidmannslust, Lübars, Wittenau, Borsigwalde, Reinickendorf und das märkische Viertel. Im Zentrum liegt der flächenmäßig größte Ortsteil Tegel. Hier befindet sich mit dem Flughafen Tegel Berlins aktuell wichtigster Anbindungspunkt an den internationalen Flugverkehr. Die Mitte Tegels wird durch den Tegeler See mit der bekannten Greenwich-Promenade eingenommen – im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Als bedeutendes Baudenkmal gilt das im Stil des Klassizismus gestaltete Schloss Tegel – zeitweise im Besitz der Familie Humboldt.

Wälder und alte Dorfkerne

Große Teile Tegels sind Waldgebiete. Der Tegeler Forst setzt sich in den westlichen Ortsteilen Konradshöhe und Heiligensee fort. Wald prägt auch den nördlichsten Ortsteil Frohnau, der Anfang des 20. Jahrhundert als bürgerliche Gartenstadt planmäßig angelegt wurde. In Hermsdorf und im benachbarten Lübars haben sich zum Teil noch die alten Ortskerne mit ihren historischen Dorfkirchen erhalten. Insbesondere Lübars zeigt noch dörflichen Charakter. Auch Wittenau war ursprünglich dörflich geprägt. Im Zuge der Eingemeindung nach Berlin entstanden hier allerdings bedeutende Fabrikanlagen mit Arbeiter-Wohnsiedlungen. Vornehmer präsentiert sich das nördlich angrenzende, als Villenkolonie angelegte Waidmannslust.

Im Zeichen der Industrialisierung

Die Industrialisierung kennzeichnet auch den Ortsteil Borsigwalde, das an der Wende zum 20. Jahrhundert als Werkssiedlung für die angrenzenden Borsigwerke angelegt wurde. Ein Beispiel modernen Wohnungsbaus bietet die sogenannte ‚Weiße Stadt‘ im Ortsteil Reinickendorf. Der großflächige Wohnkomplex mit vielen Grünanlagen entstand in den 1920er Jahren und gehört seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Einen Kontrast hierzu bildet die Großwohnsiedlung des märkischen Viertels, das zwischen 1963 und 1974 entstand und in seiner architektonischen Gestaltung umstritten ist. Der Bezirk Reinickendorf hat viele Gesichter: Bürgerliche Villen, alte dörfliche Zentren, Arbeitersiedlungen, Industriebauten – hier spiegelt sich der vielschichtige Charakter Berlins.

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